Wie kann ich mein LAN mit T-DSL via Satellit versorgen?

Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Gemein ist allen Konfigurationsmöglichkeiten, dass auf einer Maschine im LAN - nennen wir sie hier den "Server" - die Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) installiert worden ist.

Dies kann - muss aber nicht - dieselbe Maschine sein, auf der der ISDN- oder Modem-Übergang in das Internet erfolgt oder an die die DVB-Hardware angeschlossen ist.

Auf dem Server unterstützt Sie das Installations- und Testprogramm für T-DSL via Satellit bei der Einstellung der Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) und des Browsers. Damit können Sie auf dem Server die Geschwindigkeitsvorteile von T-DSL via Satellit nutzen. Ihr Browser wird so konfiguriert, dass die erforderlichen "Umleitungen" der Verkehre auf den lokalen Proxy vorgenommen werden. Ihr Browser wendet sich nach der Konfiguration über mehrere (festgelegte, aber variable) Ports an den lokalen Proxy.

Im Standardfall werden folgende Port-Zuordnungen vorgenommen:

HTTP 9202
HTTPS (Secure) 9202
FTP 9202
SOCKS 9203

Das Installations- und Testprogramm für T-DSL via Satellit installiert dazu eine Proxykonfigurationsdatei namens PROXY.PAC, die Sie im Unterverzeichnis WWW des Installationsverzeichnisses der Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Standard: C:\Programme\T-DSL via Satellit) finden.

Die Browser und Internetprogramme der anderen PCs im LAN müssen manuell so konfiguriert werden, dass sie sich mit ihren Requests zuerst an eben den Server wenden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, die hier beispielhaft anhand des Internet Explorers 5 dargestellt werden:

1) Unter "Extras/Internetoptionen/Verbindungen" klicken Sie "LAN-Einstellungen". Klicken Sie auf "Proxyserver verwenden" und auf "Erweitert". Tragen Sie unter "Adresse des Proxyservers" die IP-Adresse Ihres Servers ein. Dies für HTTP, HTTPS (Secure), FTP und Socks. Unter "Anschluss" geben Sie 9202 ein. Lediglich Socks wird unter "Anschluss" auf 9203 konfiguriert.

2) Sie verwenden die Proxykonfigurationsdatei auf Ihrem Server und kopieren diese dort auf PROXY1.PAC. Anschließend verändern Sie diese Datei derart, dass Sie alle Stellen, an denen 127.0.0.1 auftaucht, die IP-Adresse Ihres Servers eingeben. Unter "Extras/Internetoptionen/Verbindungen" klicken Sie "LAN-Einstellungen". Klicken Sie "Automatisches Konfigurationsscript verwenden" und geben Sie unter "Adresse" ein: http://xxx.xxx.xxx.xxx:2517/www/proxy1.pac", wobei xxx.xxx.xxx.xxx die IP-Adresse Ihres Server ist.

Ihr Server fungiert ab jetzt als Proxy für Ihr LAN und bedient sich dazu des ISDN und des Satelliten. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass kein Dial On Demand auf dem Server für die Ansteuerung des ISDN stattfindet.

Abhilfe ist möglich, wenn Sie die freie Software Fritz!Web von AVM herunterladen und auf Ihrem Server installieren. Fritz!Web arbeitet mit den unterschiedlichsten ISDN Karten zusammen und ist ein ideales Tool zur Steuerung der ISDN-Kanalbelegung.

Nach der Installation auf dem Server wählen Sie in Fritz!Web unter "Einstellungen" den Button "Internetoptionen". Dort konfigurieren Sie unter LAN-Einstellungen die Proxy-Ports, wie oben beschrieben (127.0.0.1:9202 bzw. 127.0.0.1:9203).

Die Clients werden wie oben beschrieben konfiguriert. Wenn Sie jetzt auf den Clients eine URL ansurfen, baut der Server automatisch eine ISDN Verbindung auf, der Satellit wird zugeschaltet und die Verbindung bei Inaktivität getrennt. Bitte beachten Sie, dass Fritz!Web keine Firewall-Funktionalitäten bereitstellt.

Alternativ bietet sich die Nutzung eines Softwarerouters an. Hier gibt es neben kommerziellen Lösungen (z.B. AVM Ken!) auch preisgünstige Share- oder Freewareprogramme (z.B. Jana Server, WinRoute, WinGate, WinProxy). Zu beachten ist, dass es sich hierbei ebenso um Proxy-Lösungen handelt. Die Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) kann – muss aber nicht - auf derselben Maschine installiert werden, auf der auch der Server des jeweiligen o.g. Proxys installiert ist. Danach ist es lediglich erforderlich, auf diesem Server eine "Proxykaskade" einzurichten. Die Clients bleiben dabei unverändert. Die meisten der o.g. Proxys unterstützen eine "Proxykaskade", meist versteckt unter Einstellungen, wie "Proxy des Internetserviceproviders verwenden" o.ä. Tragen Sie hier xxx.xxx.xxx.xxx:9202 ein. xxx.xxx.xxx.xxx ist die IP-Adresse der Maschine, auf der die Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) installiert ist, also 127.0.0.1 (gleiche Maschine) oder eine andere IP-Adresse.

Der Weg der Daten könnte dann u.U. so aussehen: Ein Client fordert eine Webseite an. Die Anforderung erreicht den Internetproxy, welcher sich wiederum an den T-DSL via Satellit-Proxy wendet.

Bei Benutzung von Hardware-ISDN-Routern, also autarken Geräten, die die automatische Einwahl in das Internet vornehmen, vereinfacht sich der Zugang. Nach wie vor benötigt man eine Maschine im LAN, die ein DVB-Interface hat und die Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) installiert hat. Damit ergeben sich dieselben Konfigurationsanforderungen, wie eingangs dieser Antwort beschrieben.

Für alle hier nicht erwähnten Konfigurationen gelten folgende zu beachtende Grundregeln:

1) Die Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) ist generell nichts anderes, als eine x-beliebige Netzwerkanwendung, wie z.B. ein FTP-Client oder ein Browser

2) Der Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) ist es generell egal, über welche Wege die terrestrische Verbindung zum bei ASTRA lokalisierten Proxyserver zustande kommt. Dies wiederum heißt, dass Zugangssoftware für T-DSL via Satellit (Proxy-Client) und ISDN Übergang nicht notwendigerweise auf ein und derselben Maschine installiert sein müssen. Weiterhin heißt das, dass jede von ISDN oder Modem abweichende Zugangsvariante akzeptabel ist (z.B. GSM, Netzwerk, WLAN, Bluetooth, Standleitung, Sat-Uplink etc.), Hauptsache, die Server-Proxies sind erreichbar.



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