Filiago: Wie funktioniert das Ganze genau?

Eine Client-Software auf dem lokalen PC (im weiteren Verlauf "Proxy" genannt) fährt mit einem im Internet lokalisierten Proxy-Server ein in entsprechenden RFCs (z.B. RFC 3135) als PEP (Performance Enhancement Proxy) bezeichnetes Protokoll.

PEP behebt Schwächen von TCP, die TCP auf hochverzögernden Links hat (2 * 36.000 km, Weg zum Satellit und Weg zur Erde zurück, was bei Lichtgeschwindigkeit ca. 0,24 s ausmacht). Stichwort hier: TCP Slow Start. Weiterhin wird der TCP Windowing Mechanismus optimiert. Die Übertragung vom Satelliten erfolgt ausschliesslich in UDP/IP, d.h. anstelle von ACKs werden NAKs (optimistischer Ansatz) in Richtung Server und lokal nachgebildete ACKs bzw. SACKs - um den lokalen Stack schneller zu leeren - verwendet. Der "Rückkanal" (z.B. ISDN) wird ebenso für die Datenübertragung verwendet. Ist dieser Kanal im Downstream ausgelastet, fliessen die weiteren Pakete über die Satellitenübertragungsstrecke ("buffer overflow").

Die maximal erzielbare Bruttobitrate beträgt 1024 kBit/s inklusive Bandbreite des Rückkanals. Im Umkehrschluss heisst das: Wenn der Buffer nicht überläuft – z.B. auf Grund eines langsamen Internet-Servers - treffen alle Daten terrestrisch ein.

Der Weg der Daten: Ein Browser generiert einen HTTP Request. Der Proxy fängt den entsprechenden TCP Aufbau ab, baut die Verbindung mit dem Proxy-Server auf (inkl. Login und IP Adressvergabe). Der Proxy-Server holt die Inhalte aus dem Internet.

Bei aktiviertem HTTP Prefetching auf dem Server-Proxy werden die Seiten analysiert und es wird automatisch entschieden, ob zusätliche Daten gebraucht werden (z.B. Images). Diese zusätzlichen Daten werden dann automatisch vom Proxy-Server geladen und übertragen. Alle auf der Satellitenstrecke übertragenen Daten werden als IP-Multicast Datenpakete übertragen (UDP/IP Datenstrom)an den lokalen Proxy übertragen und von diesem wieder in TCP/IP Datenpakete zurückgewandelt. Dadurch kommt es vor, dass die Inhalte einer Internet-Seite bereits im Cache des Browsers sind, bevor sie vom Browser überhaupt angefordert wurden.

Der umgangene Slow-Starts ist relativ effektvoll beim Beginn eines längeren Downloads zu sehen. Im Aufstart erhält der TCP Stack den Eindruck, eine null-verzögernde Leitung vor sich zu haben. Dadurch kommt es bei der Ermittlung des gleitenden Mittelwertes zu sehr hohen Durchsatzzahlen und die Angaben nähern sich erst langsam den realen Werten an.
(c) 2007 IP via Sky (http://www.ipviasky.com) / Förderverein Internet und Mediendienste e.V. (FIM e.V.)
Impressum / Haftungsausschluss - Disclaimer